Herbstsonne auf Mallorca
Rückblick 2001

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Sturmsonne auf Mallorca
Ein herzerwärmender Rückblick


Es gibt Gründe für einen „herzerwärmenden“ Rückblick - denn das Seminar für traditionelle Kampfkunst auf Mallorca war 2001 ziemlich kalt: Eine Sturmflut hatte in der Woche vor unserem Termin die Sonneninsel heimgesucht und die Temperaturen gewaltig gesenkt... ein Manko, dass die warm strahlende Sonne während der Trainingswoche nicht ganz ausgleichen konnte. Dafür das Training der drei Meister: Fritz Nöpel, Lothar Ratschke und Siegbert Engel sorgten erneut für einen herausragenden Lehrgang. Im nächsten Jahr wird auch die Sonne wieder Unterstützung leisten: Das Seminar wurde auf die letzte Oktoberwoche vorverlegt.

Ganz kurz hing es in der Schwebe, ob das Seminar in 2001 überhaupt stattfinden konnte - umgestürzte Bäume, eine zerstörte Strandpromenade im Trainingsort Can Picafort, und das Hotel - direkt am Strand - hatte auch Wasser abbekommen. So waren die Zimmer im obersten Stockwerk zu einem großen Teil nicht belegbar - das Dach des Hotels war stellenweise abgetragen.

Mit etwas Engagement von seiten des Hotels und der Organisatoren der Hatsuun Jindo Akademie klappte es dann aber doch. Und auch die örtliche Wirtschaft in Can Picafort hatte Grund zur Freude: Die Heizöfchen waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Das Risiko von Sturmfluten im Oktober ist allerdings gleich Null. Deswegen stellten Organisatoren, Teilnehmer und Hotel noch vor Ort Einigkeit für 2002 her: vom 26.10. bis 1.11. ist dann am Strand von Can Picafort Kampfkunst angesagt!

Viele positive Entwicklungen

Abgesehen vom Wetter gab es allerdings eine Vielzahl absolut positiver Entwicklungen: Das hoteleigene Dojo, nur zwei Schritte entfernt, ist fantastisch! Schwingboden, Spiegelwände und große Fensterwand mit Blick nach draußen... alles, was ein Karateka sich wünschen kann. Obwohl in den frühmorgendlichen Qi-Gong-Einheiten der Platz schon manchmal etwas eng wurde...

Das Training im Dojo beschränkte sich allerdings größtenteils auf die Nachmittags- und Abendstunden... der Vormittag gehörte dem Strand. Die Sonne sorgte für Wärme von oben, das Training für Wärme von innen. Meister Fritz Nöpel erklärte diese Trainingsprinzipien in einem seiner beiden Vorträge eindeutig mit seinen eigenen Erfahrungen aus Japan: in den Sommermonaten gab es dort „kühles“, in den Wintermonaten „warmes“ Training - anstrengend, konditionsfördernd, weniger technisch, um den Körper in Schwung zu halten.

Ausschnitte aus diesem warmen Training konnten die Teilnehmer kennenlernen - in einer eigenen Kumite-Einheit am Strand, in der nicht nur verschiedene Kumite-Formen, sondern zum Abschluß ein Dojo-Kumite mit 10 verschiedenen Partnern für echte Wärme sorgten.

Wie schon im letzten Jahr waren Fritz´ Vorträge ein echtes Highlight des Lehrgangs - auch wenn sie lang dauerten. Auf vielfachen Wunsch erklärte der Meister sich bereit, die Geschichte seines Tripps nach Japan zu erzählen - 1954 bis 1956 verbrachte er auf einem Fahrrad und kreuzte durch mehrere Kontinente.

Ganztägiges Training - mit Top-Trainern

Wie schon im letzten Jahr gab es den ganzen Tag über Training - beginnend morgens um 7.00 Uhr mit einer Stunde Qi Gong, gefolgt von Tai Ji Quan und den ersten Karate-Einheiten am Strand, die dann nachmittags im Dojo fortgesetzt wurden und häufig abends noch mit Tai Ji Quan oder Karatetraining im Dojo endeten, wenn nicht ein Vortrag im Speisesaal angesetzt war.

Viel zu tun und viel zu lernen - anders als im letzten Jahr gab es allerdings eindeutige Gruppeneinteilungen nach Graduierung, um effektiveres Lernen für alle zu ermöglichen. Dass vereinzelte Schwarzgurte sämtliche Einheiten mitnahmen und am Ende auf 29 Trainingseinheiten zurückblicken konnten, mag als Beispiel für die Begeisterung der Teilnehmer stehen...

Die Mischung der Trainer machte sich dabei in vielerlei Hinsicht positiv bemerkbar:

Zum einen, indem sich Trainingsinhalte und -schwerpunkte ergänzten - hier merkte man deutlich, was echte Meister wie Sensei Lothar Ratschke auszeichnet: eine breit gefächerte Erfahrung, die es ihm ermöglicht, auf jedes Thema sofort einzugehen - und die Bereitschaft, auch selbst aktiv mit zu trainieren. So hatten auch Orange- und Grüngurte Gelegenheit, im Dojo-Kumite dem Meister zu begegnen.

Zum anderen, indem jeder Teilnehmer individuelle Schwerpunkte setzen konnte. So waren einige Teilnehmer überhaupt nur wegen Qi-Gong und Tai Ji Quan mitgereist, und zu ihnen gesellten sich schnell einige Karateka, die keine Minute von Siegbert Engels Training ausfielen ließen.

Freizeitprogramm

Vielleicht ein weiterer Anhaltspunkt für die Qualität des Trainings: Von Freizeitprogramm wollte eigentlich niemand so richtig etwas wissen. So holten wir zwar Informationen zur ortsansässigen Cart-Bahn ein - aber niemand ging hin...

Gut frequentiert waren allerdings der Mallorcinische Abend, bei dem unter anderem ein Teilnehmer ganz hervorragende Gesangskünste zum Besten gab - und die Fahrt nach Palma, die jeder Teilnehmer selbst gestalten konnte. Einige nutzten das zu einer Stadtbesichtigung oder zum Shopping - ein Spaß, der 2002 durch die Euro-Einführung sicherlich noch schöner wird! Von einer kleinen Gruppe hörten wir von romantischem Picknick am Strand der Inselhauptstadt - auch eine Alternative...

Verbesserungen

Natürlich gibt es auch Raum für Verbesserungen... ein anderer Termin zum Beispiel... und da war auch noch die Überlegung des Hotels, eine kleine Sauna zum Dojo hinzuzufügen... wer weiss... vielleicht schon 2002?

Mit dem Ende der Hatsuun Jindo Akademie wird das Herbstsonne-Seminar in Zukunft direkt von Sensei Lothar J. Ratschke ausgerichtet.


Direktkontakt zu Sensei Ratschke: :

hatamoto@t-online.de

http://www.hatamoto.de